An einem Samstagmorgen wachte Frederike schon früh auf. Durch ihr Fenster schien warmes Sonnenlicht, und draußen zwitscherten die Vögel so laut, als würden sie selbst ein kleines Fest feiern. Auf ihrem Schreibtisch lag die bunte Einladungskarte, die sie die immer wieder angesehen hatte:immer wieder angesehen hatte:
„Ich feiere am Samstag Geburtstag! Kommt alle! – Sven“
Frederike lächelte, als sie Svens krakelige Schrift betrachtete. Sie mochte Sven sehr. Er war nicht so laut wie manche anderen Kinder. Wenn die Klasse unruhig wurde, blieb er meistens ruhig sitzen und zeichnete kleine Tiere in den Rand seines Heftes. Manchmal sprach er gar nicht viel, aber Frederike hatte oft das Gefühl, dass er trotzdem verstand, wie sie sich fühlte. Trotzdem war sie nervös.
Geburtstage waren schön – aber auch anstrengend. Viele Stimmen auf einmal, Musik, Durcheinander, lautes Lachen. Oft fühlte sich Frederikes Kopf irgendwann an, als würden hundert kleine Glocken gleichzeitig darin klingeln.
Beim Frühstück bemerkte Tante Ulla sofort, dass Frederike stiller war als sonst. „Freust du dich auf Svens Geburtstag?“, fragte sie. Frederike nickte langsam. „Ja. Aber ich glaube, es wird bestimmt laut.“ Ihre Tante strich ihr sanft über die roten Locken. „Dann hör gut auf dich. Du musst nicht die ganze Zeit mitten im Trubel sein. Pausen sind erlaubt.“
Das beruhigte Frederike ein bisschen.
Später zog sie ihren bunten Lieblingspullover an und packte Svens Geschenk vorsichtig ein kleines Stück fester unter den Arm. Es war ein Buch über Tiere geworden, weil Sven Tiere genauso mochte wie sie.
Als Frederike vor Svens Haustür stand, hörte sie die Party schon von draußen. Musik dröhnte durchs offene Fenster, Kinder lachten laut, und irgendwo rief jemand: „Nicht schummeln!“ Frederikes Bauch kribbelte.
Dann ging die Tür auf. „Na, komm rein!“, rief ein Junge fröhlich.
Drinnen war alles bunt geschmückt. Luftschlangen hingen von der Decke, überall lagen Ballons, und auf dem Tisch standen riesige Schüsseln mit Chips und Gummibärchen. Es roch nach Schokoladenkuchen, Pizza und Limonade. „Frederike! Hier!“, rief Gabi und winkte wild mit beiden Armen.
„Wir spielen Topfschlagen!“ Frederike lächelte vorsichtig und setzte sich erst einmal auf den Teppich. Um sie herum redeten alle durcheinander. Jemand pustete einen Luftballon auf, bis er plötzlich mit einem lauten PENG! platzte.
Frederike zuckte zusammen.
Ein anderes Kind schrie vor Lachen. Zwei Jungen rannten quer durchs Wohnzimmer. Die Musik wurde lauter gedreht.
Frederike versuchte mitzuspielen. Wirklich. Aber nach einer Weile fühlte sich alles zu groß an. Zu laut. Zu schnell. Ihr Herz klopfte schneller.
Sie stand leise auf, ohne dass es jemand bemerkte, und schlich durch die Terrassentür hinaus in den Garten. Draußen war die Luft kühl und weich. Der Wind bewegte langsam die Blätter im Apfelbaum. Frederike setzte sich auf eine kleine Holzbank und atmete tief ein. Endlich Ruhe.
Sie hörte nur das Summen einer Biene und das Rascheln der Büsche.
Langsam wurde ihr Kopf wieder leichter. Da öffnete sich hinter ihr die Terrassentür. Frederike drehte sich um. Es war Sven. Ohne Tröte.
Ohne Luftballon. Ganz ruhig.
Er setzte sich neben sie auf die Bank. „Brauchst du auch mal kurz Ruhe?“, fragte er freundlich. Frederike nickte erleichtert.
„Ja. Drinnen ist es ganz schön laut. Ich mag das eigentlich … aber irgendwann wird’s mir zu viel.“ Sven nickte sofort. „Mir auch.“
Frederike sah ihn überrascht an. „Echt?“
„Ja“, sagte Sven und zog die Knie ein bisschen an.
„Ich mag meine Freunde total gern. Aber wenn alle gleichzeitig reden und schreien, fühlt sich mein Kopf irgendwann an wie ein Radio, bei dem zehn Sender gleichzeitig laufen.“ Frederike musste lachen. „Genau so fühlt sich das bei mir auch an!“ Sven grinste. „Dann bist du also auch so.“
„So wie?“ „So wie jemand, der viel merkt.“
Frederike dachte kurz darüber nach. Das klang irgendwie richtig.
Eine Weile saßen sie schweigend nebeneinander. Aber es war kein unangenehmes Schweigen. Es fühlte sich warm und ruhig an, wie eine weiche Decke.
Im Gras entdeckte Frederike plötzlich einen kleinen Marienkäfer.
„Schau mal“, sagte sie leise. Der Käfer kletterte langsam auf Svens Finger.
„Der ist aber mutig“, meinte Frederike. Sven betrachtete ihn aufmerksam.
„Oder einfach ganz ruhig im Kopf.“ Beide mussten lachen.
Dann blickte Sven in den Himmel. Die Wolken sahen aus wie riesige Watteberge. „Weißt du“, sagte er nachdenklich, „manchmal denken die Leute, man müsste immer laut sein, damit man Spaß hat.“
Frederike nickte. „Dabei ist ruhig sein auch schön.“
„Sehr schön sogar.“
Drinnen hörte man plötzlich lautes Jubeln.
„Jetzt bist du dran, Frederike!“, rief Gabi durchs offene Fenster.
Sven stand auf und streckte Frederike die Hand hin. „Komm. Jetzt können wir wieder rein.“ Frederike grinste. „Okay. Aber wenn’s wieder zu laut wird, machen wir einfach wieder Pause.“ „Abgemacht“, sagte Sven.
„Wir gründen einfach unseren eigenen kleinen Ruhe-Club.“
„Mit geheimer Gartenbank!“, ergänzte Frederike. „Und ohne platzende Ballons“, sagte Sven sofort. Wieder mussten beide lachen.
Als Frederike zurück ins Wohnzimmer ging, fühlte sich alles plötzlich nicht mehr ganz so schwierig an. Die Musik war immer noch laut. Die Kinder lachten immer noch wild durcheinander. Aber diesmal wusste Frederike:
Sie musste das nicht einfach aushalten. Sie durfte Pausen machen.
Sie durfte ruhig sein. Und sie war damit nicht allein.
Beim Topfschlagen lachte Frederike sogar laut, als Sven aus Versehen gegen einen Stuhl kroch und alle kicherten.
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Hallo, ich bin Sonja!
Ich bin Coach für hochsensible Menschen.
Ich begleite Menschen, die intensiver fühlen, feiner wahrnehmen und oft mehr verarbeiten als andere – und genau darin liegt eine besondere Stärke.
Ich bin der festen Überzeugung:
Jeder Mensch ist ein Unikat und hat das Recht, gesehen und wertgeschätzt zu werden.
Gerade hochsensible Menschen verlieren sich jedoch oft in den Erwartungen anderer, fühlen sich schnell überfordert oder „zu viel“.
Deshalb ist Selbstliebe für mich eine der wichtigsten Grundlagen für ein gesundes und erfülltes Leben.
Denn jeder Mensch kann lernen, sich selbst anzunehmen – mit allem, was ihn ausmacht.
Und ich glaube fest daran:
Wenn Hochsensibilität früh erkannt und liebevoll begleitet wird, kann sie sich zu einer echten Stärke entwickeln – für ein Leben voller Tiefe, Klarheit und innerer Balance.
