Frederike findet eine Freundin

Frederike war acht Jahre alt und ganz neu in der Klasse 3b. Schon am ersten Tag fühlte sie sich unsicher. Die Schule war groß, die Flure laut, und überall schienen Kinder zu sein, die sich bereits kannten. Sie lachten miteinander, flüsterten Geheimnisse und rannten über den Schulhof, als gehörten sie alle zusammen. Frederike aber stand still am Rand. Sie war ein Mädchen, das lieber erst einmal beobachtete. Sie bemerkte Dinge, die andere gar nicht sahen: wenn jemand traurig guckte, obwohl er lächelte, oder wenn sich jemand ausgeschlossen fühlte. Frederike spürte Stimmungen ganz genau. Manchmal war das schön – aber manchmal machte es ihr das Herz schwer.

An diesem ersten Morgen hielt sie ihren Ranzen ganz fest umklammert und wünschte sich, sie könnte einfach wieder nach Hause gehen. Im Klassenraum setzte sich ihre Lehrerin, Frau Sommer, freundlich neben sie. „Du wirst dich bestimmt bald eingewöhnen“, sagte sie lächelnd. Frederike nickte nur leise. Doch in der Pause wurde alles noch schlimmer.

Die Kinder spielten Fangen, Gummitwist und Fußball. Überall wurde gerufen und gelacht. Frederike nahm all ihren Mut zusammen und ging zu einer Gruppe Mädchen hinüber. Maria sprang gerade geschickt über das Gummiband. „Darf ich mitmachen?“, fragte Frederike vorsichtig. Maria blieb stehen. Sie verschränkte die Arme und musterte Frederike von oben bis unten. „Mit dir spiele ich nicht!“, sagte sie laut. Dann verzog sie das Gesicht. „Du bist viel zu dick – und bestimmt auch zu blöd!“ Die anderen Mädchen kicherten. Frederike spürte sofort, wie ihr die Hitze ins Gesicht stieg. Es fühlte sich an, als würde etwas Schweres auf ihr Herz drücken. Sie wollte etwas sagen, aber kein Wort kam heraus.

Langsam ging sie zu der alten Holzbank am Rand des Schulhofs. Dort setzte sie sich und starrte auf ihre Schuhe. Der Wind bewegte die Blätter über ihr, und irgendwo lachte jemand laut. Frederike zog die Schultern hoch und dachte traurig: Vielleicht stimmt das ja. Vielleicht passe ich hier gar nicht hin. Vielleicht wäre es besser, wenn ich einfach unsichtbar wäre.

Als sie nach Hause kam, wartete ihre Tante Ulla schon in der Küche. Es roch nach warmer Tomatensuppe. „Und? Wie war dein Tag?“ fragte Ulla freundlich. Frederike zuckte mit den Schultern. „Geht so.“ Aber ihre Tante merkte sofort, dass etwas nicht stimmte. „Ist etwas passiert?“

Da liefen Frederike plötzlich Tränen über die Wangen. Schluchzend erzählte sie alles. Tante Ulla hörte still zu und nahm Frederike danach fest in den Arm. „Weißt du“, sagte sie leise, „manche Menschen sagen gemeine Dinge, weil sie selbst unsicher sind. Aber das macht ihre Worte nicht wahr.“ „Aber warum mag mich niemand?“ flüsterte Frederike. Tante Ulla strich ihr die roten Locken aus dem Gesicht. „Die richtigen Menschen brauchen manchmal etwas länger, um dich zu entdecken.“

In den nächsten Tagen blieb Frederike oft allein. Sie hörte aufmerksam im Unterricht zu und malte besonders schöne Bilder. Frau Sommer lobte sie manchmal dafür.

Eines Tages nahm sie ein kleines Skizzenheft mit zur Schule. Während die anderen Kinder spielten, begann Frederike zu zeichnen. Sie malte Bäume, Wolken und einen kleinen Kater mit lustigen Schnurrhaaren – ganz ähnlich wie Timmi, der schwarz-weiße Kater von Tante Ulla.

So vertieft war sie in ihr Bild, dass sie gar nicht bemerkte, wie jemand neben ihr stehen blieb. „Wow“, sagte plötzlich eine Stimme. „Der Kater sieht richtig echt aus!“ Frederike erschrak und blickte auf. Vor ihr stand ein Mädchen mit braunen Zöpfen und Sommersprossen. Sie lächelte freundlich. „Ich heiße Gabi“, sagte sie. „Und du bist Frederike, oder?“  Frederike nickte vorsichtig. „Darf ich mich dazusetzen?“ Frederike rückte ein kleines Stück zur Seite. „Ja.“

Gabi setzte sich neben sie und betrachtete die Zeichnung.
„Ich kann überhaupt nicht malen“, sagte sie ehrlich. „Meine Katzen sehen immer aus wie Kartoffeln mit Ohren.“ Zum ersten Mal musste Frederike lachen. Es war nur ein kleines Lachen. Aber es fühlte sich an wie ein Sonnenstrahl nach einem langen Regentag. „Willst du Karten spielen?“ fragte Gabi dann. „Ich hab ein neues Spiel dabei. Aber allein macht es keinen Spaß.“ „Mit mir?“ fragte Frederike überrascht. „Na klar“, sagte Gabi. „Mit wem denn sonst?“

Sie spielten die ganze Pause lang. Gabi erklärte geduldig die Regeln, und Frederike merkte schnell, dass sie richtig gut darin war, sich Kartenfolgen zu merken. „Du bist ja voll schlau!“, staunte Gabi. Frederike wurde ein bisschen rot – diesmal aber nicht vor Traurigkeit.

Von diesem Tag an warteten die beiden jeden Morgen aufeinander. Sie frühstückten zusammen in der Pause, tauschten Sticker, erzählten Geschichten und liefen nebeneinander nach Hause. Gabi redete viel und schnell, während Frederike eher ruhig war. Aber genau das mochten sie aneinander. Wenn Gabi traurig war, hörte Frederike aufmerksam zu. Und wenn Frederike sich unsicher fühlte, nahm Gabi einfach ihre Hand.

Eines Tages passierte etwas, womit Frederike nicht gerechnet hatte. Im Kunstunterricht sollten alle Kinder Bilder für das Schulfest malen. Frederike zeichnete einen großen bunten Garten mit Blumen, Schmetterlingen und einem kleinen Häuschen darin. Frau Sommer blieb lange vor ihrem Bild stehen. „Das ist wunderschön“, sagte sie begeistert. „Darf ich es später im Flur aufhängen?“ Die anderen Kinder kamen neugierig näher. Sogar Maria schaute das Bild an. „Das hast du gemalt?“ fragte sie erstaunt. Frederike nickte. Maria trat verlegen von einem Fuß auf den anderen. „Das ist echt schön“, murmelte sie leise. Zum ersten Mal sah Frederike, dass Maria gar nicht so stark wirkte wie sonst. Eher unsicher. 

Nach der Schule gingen Frederike und Gabi gemeinsam zu Tante Ulla. Dort roch es nach Kräutertee und Apfelkuchen, und Timmi schnurrte sofort um ihre Beine herum. „Na, wer ist denn das?“ fragte Tante Ulla freundlich. „Das ist meine Freundin Gabi“, sagte Frederike. Und als sie dieses Wort aussprach, wurde ihr plötzlich ganz warm ums Herz. Freundin. Es klang schön. Echt. Und richtig.

 

Am Abend lag Frederike in ihrem Bett und dachte an die letzten Wochen. An die schlimmen Worte auf dem Schulhof. An die einsamen Pausen. Aber auch an Gabis Lachen, an ihre Kartenspiele und daran, wie schön es war, endlich nicht mehr allein zu sein.

Da verstand Frederike etwas Wichtiges:

Sie war nicht zu dick.
Und nicht zu blöd.

Sie war einfach Frederike.

Ein sensibles Mädchen mit einem großen Herzen, mit roten Locken, klugen Gedanken und der besonderen Fähigkeit, andere Menschen wirklich zu sehen.

Und wenn Frederike jemanden in ihr Herz ließ, dann blieb dieser Platz dort für immer.

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Hallo, ich bin Sonja!

Ich bin Coach für hochsensible Menschen.

Ich begleite Menschen, die intensiver fühlen, feiner wahrnehmen und oft mehr verarbeiten als andere – und genau darin liegt eine besondere Stärke.

Ich bin der festen Überzeugung:
Jeder Mensch ist ein Unikat und hat das Recht, gesehen und wertgeschätzt zu werden.

Gerade hochsensible Menschen verlieren sich jedoch oft in den Erwartungen anderer, fühlen sich schnell überfordert oder „zu viel“.

Deshalb ist Selbstliebe für mich eine der wichtigsten Grundlagen für ein gesundes und erfülltes Leben.
Denn jeder Mensch kann lernen, sich selbst anzunehmen – mit allem, was ihn ausmacht.

Und ich glaube fest daran:
Wenn Hochsensibilität früh erkannt und liebevoll begleitet wird, kann sie sich zu einer echten Stärke entwickeln – für ein Leben voller Tiefe, Klarheit und innerer Balance.